Die Saschwaller Fasent 2020

….geboren um wild zu sein - born to be wild! 

Nun werden sie wieder losgelassen, jene „wilden Männer“, in Felle gehüllt, aus den schwarzen Wäldern ins Saschwaller Tal herabkommend. Um den Leuten die Fasent anzukündigen, sie zum Lachen zu bringen, und ausgelassene Lebensfreude zu verbreiten: Die urigen „Saschwaller Germanen“! Sie werden in diesem Jubiläumsjahr nun sogar schon zum 55. Mal die Saschwaller Fasent bereichern. So lange ist es schon her, seit diese wilden Männer hier zum ersten Mal ihren närrischen Auftritt hatten. 
 
Daher hat sich die Narrenzunft „Germania“ Sasbachwalden 1928 e.V. in diesem Jahr auch das Motto „55 Jahre Saschwaller Germanen“ als Leitspruch auf die Narrenfahne bzw. das Germanenfell geschrieben. 
 
Lustig sein, fröhlich feiern und ausgelassen in Stimmung kommen, so soll sie sein, die Saschwaller Fasent. Herkömmlich und unverfälscht, ihrem ureigensten Zweck dienend, seit über hundert Jahren in „Schnitzwalden“ heimisch. Nun kommt sie, die hohe Zeit, die verrückten Narren sind angeschirrt, das „Narri-Narro“ und das „Hoorig isch die Katz“ kann ertönen. Es kann los gehen, schnurstracks hinein ins unbeschwerte Narrenleben von Schnitzwalden.
 
Auch die entfernten Verwandten der Germanen sind schon da, unbekümmert mit den Holzschuhen klappernd, freundlich lächelnd: Die geißelschnalzenden „Glunkerle“. Mit ihren blauen Kitteln, den roten Halstüchern und der Holzmaske stellen sie die eher gemütliche Schwarzwälder Narrenfigur dar.
 
Beide sind allesamt urige Narrenfiguren, bodenständig und traditionell, der Narrenzunft Sasbachwalden 1928 e.V. angehörend. Mit übermütigen Streifzügen durch die Gassen ziehend, Schabernack treibend, und traditionelle Fasent verkörpernd. So sind sie, die wilden Germanen und die fröhlichen Glunkerle. 
 
Traditionell startet die „Saschwaller Fasent“ mit der „Entstaubung“: Mit dem Staubwedel, werden die Traditionsfiguren Glunkerle, Germane und Germaninchen befreit und zu neuem, fastnächtlichem Leben erweckt. Zu Beginn des „Saschwaller Narre-Owe“ am Samstag 01. Februar wird diese althergebrachte Zeremonie über die Bühne gehen, ein fetziges, närrisches Unterhaltungsprogramm mit vielen bunten Programmpunkten wird darauffolgen. Das Kurhaus „Alde Gott“ wird sich an diesem Abend im besten Narrengewand zeigen. Anschließende Tanzmusik mit der Kapelle „Lächle“ wird die Nacht recht kurz machen.
 
 
Der nächste Höhepunkt der Fastnacht in Sasbachwalden folgt gleich am "Schmutzige Durschdi", 20. Februar. Bereits morgens um 06.11 Uhr starten die ersten Hemdglunkerle durch die Gassen von Schnitzwalden. Mit Pauken, Trompeten und anderen Radauinstrumenten werden der närrischen Bevölkerung die höchsten Tage der Fastnacht angekündigt. Jeder wird es merken und hören: die Narren haben nun endgültig das Sagen. 
 
Mit "giizig, giizig" Rufen geht´s dann weiter durch den Ort, überall wird es zu hören und zu sehen sein. Den Vormittag des „Schmutzigen“ sehnen die Schüler der Grundschule Sasbachwalden schon lange herbei: die Schule wird geschlossen und der Narrensamen bis zum Ende der Fastnacht nach Hause geschickt. Der Abend folgt die „Rathausstürmung“, um 18.11 Uhr wird das Saschwaller Rathaus mit viel List und Geschick von den Germanen gestürmt werden, die Bürgermeisterin Sonja Schuchter samt dem Gemeinderat wird -so hofft man- verhaftet und abgeführt. 
 
Im Anschluss startet um 19:11 Uhr gemeinsam mit dem Musikverein Sasbachwalden der „Betthupferlesumzug“ vom Rathaus zum Kurhaus „Alde Gott“. Dort findet die "Speisung des Narrensamens" mit Fastnachtsküchle statt und der Narrenbaum wird aufgestellt, als Zeichen der übernommenen Herrschaft über die folgenden Tage.  Mit original Germanenblut kann sich die erwachsene närrische Bevölkerung auf dem „Marktplatz“ laben, Stimmung mit Musik für jung und ist im Anschluss daran angesagt.
 
Ab dem Schmutzige Durschdi wird in den Sasbachwaldener Geschäften auch das „Saschwaller Schnitzblatt“ verkauft. Es ist das traditionelle, offizielle und närrische Mitteilungsblatt der Narrenzunft „Germania“. Die Narrenzeitung lebt mit ihrem liebevollen Spott von vielen Geschichten und Missgeschicken die das Jahr über passieren. Das Blatt erscheint schon seit dem Jahre 1930 und kann von jeder Person erworben werden.
 
Den Höhepunkt der "Saschwaller Fasent" bildet auch im Jahre 2020 wieder das bekannte „Narrendorf“ der Narrenzunft „Germania“. So soll es am Samstag und Sonntag 22. und 23. Februar in den "Höhlen" und "Grotten" wieder närrisch-kunterbunt hergehen. In von der Narrenzunft bewirteten Straußwirtschaften rund um das Kurhaus „Alde Gott“ herum kann das närrische Volk zwei Tage lang dem Frohsinn und der unbesorgten Heiterkeit frönen. Vom „Narrenzelt“ über die „Glunkerles-Klause“, bis zum „Italia“ werden urige Narrenlokale entstehen. Eröffnet wird das Narrendorf am Samstag um 19.11 Uhr, wenn auch wieder viele „Original Saschwaller Schudigruppen“ auftauchen und ihre Darbietungen vorführen werden.
 
Am Sonntag ist um 14:11 Uhr der Startschuss für die „Große Kinderfastnacht“ mit vielen Auftritten „von Kindern für Kinder“ samt Wett- und Geschicklichkeitsspielen, im großen Saal des Kurhauses „Alde Gott“.  Während die Sasbachwaldener Musikkapelle im Anschluss in dem mit vielen bunten Spättle gezierten Narrenviertel für die musikalische Unterhaltung sorgt.
 
Der Montag, 24. Februar ist von den Schudis für die Sasbachwaldener Gasthäuser reserviert. Bunt verkleidet, mit streng geheim gehaltenem Programm werden verschiedene Gruppen durch die geöffneten Gasthäuser ziehen. „Schuditreiben“ bedeutet, den Gästen etwas vorzuführen, ihnen eine bildhafte Geschichte zu erzählen, oder sie in einen Auftritt einzubinden. Ein lustiges Spektakel für die Schudis, ihre spontan Mitwirkenden und die anwesenden Zuschauer.
 
Das ganze Spektakel über die närrischen Tage wird selbstverständlich unter dem wachsamen Auge der „Schudipolizei“, als „Hüter der närrischen Ordnung und Beschützer des Narrensamens“ über die Bühne gehen. 
 
Am Fasent-Zischdi, 25. Februar wird am Abend letztmaliges närrisches Treiben in den Wirtschaften Schnitzwaldens sein. Ein Trauerzug mit dem „Schudi“ wird ab 18:11 Uhr durch die geöffneten Gaststätten ziehen, und um 21.11 Uhr wird auf der „Sunne-Bruck“ der Schudi schlussendlich in Flammen aufgehen und in einem Feuergrab sein Ende finden. 
 
Die spektakuläre „Schudiverbrennung“ markiert den endgültigen Schlusspunkt der „Saschwaller Fasent“. Der traurige Anblick des brennenden Schudi wird bei den eingefleischten Narren dann sicherlich ein großes Heulen und Wehklagen über das jähe Ende der Fastnacht 2020 hervorrufen.